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Kommentare zu Ausgabe 188/2020

Die Opferung Isaaks

Kommentare   

#4 Baerbel von Muenchow 2020-08-15 16:39
Es sind gute GEDANKEN ZU DEN BEIDEN Bildern! INTERESSANT finde ich, dass es noch eine Zeichnung Rembrandts zu diesem Thema gibt, die noch viel stärker als das Münchner Bild die Trauer des Vaters über den bevorstehenden Tod des Sohnes zum Ausdruck bringt. Hier kann man noch deutlicher sehen, wie Rembrandt seine eigene Trauer üüber den Tod seines Sohnes zum Ausdruck bringt.
Vielleicht kann man es auch so sehen dass die alten biblischen Geschichten diese tiefen Erfahrungen der Menschen des Leides auch zum Ausdruck bringen. Es gibt vielleicht nicht die einfache Lösung. In Bezug auf die Kreuzigung Jesu kann man es auch so sehen, dass Gott sich in seinem Sohn selbst opfert. So spricht Luther in seinem Lied oh große Not Gott selbst ist tot, (anstelle Gott Sohn ist tot) . Gott hält in seiner Liebe auch die Ohnmacht seines Sohnes aus, bis hin zu dem Tod am Kreuz, er opfert sich selbst in Liebe zu den Menschen, bis ins Äußerste , sind es doch die Menschen, die Jesus opfrern. Im Blick auf die Auferstehung Jesu von den Toten kann diese BOTSCHAFT Kraft geben. Welche Kraft steckt in der Selbstaufopferung Jesu.
Eine Andeutung davon kann man auch in deem Druck von Rembrandt sehen. Seine Interpretation des alttest. Textes mag auch christlich beeinflusst sein.
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#3 Siegfried Kratzer 2020-05-14 18:50
Sie greifen eine Frage auf, die viele Menschen bei ihrer religiösen Suche haben: Warum verlangt Gott das Opfer seines Sohnes, wo er doch auf Isaaks Opferung verzichtet?
Um nicht in eine „Sackgasse“ zu geraten, sollten Sie beide Geschichten vom Leben und Wirken Jesu her sehen.
Der Mensch meint, bei Gott Anerkennung zu erlangen durch das Erbringen von Opfern. Das ist gängige religiöse Opferpraxis – damals und auch noch heute. Aber Gott braucht keine Opfer. (Geschichte von Isaaks Opferung)
Auch Jesu Tod ist kein von Gott geforderter Opfertod. Gott braucht auch dieses Opfer nicht! Er wäre ein lächerlicher Gott, der es nicht verdient, Gott genannt zu werden.

Die neutestamentlichen Geschichten öffnen eine entgegengesetzte Sichtweise, indem uns ein ganz anderes Gottesbild vorgestellt wird: Jesus zeigt, dass Menschen „heil“ werden können; befreit von Angst, befreit von Schuld; befreit auch von Zwängen, die andere einem Menschen auferlegen, um ihn in Abhängigkeit zu halten. D.h., Jesus öffnet damit einen völlig neuen Zugang zu Gott.
Also keine Opfer mehr? – Wenn Sie so wollen Opfer ja, aber dennoch ganz anders:
Jesus „opfert“ sich bis hin zur Überwindung seiner Todesangst, um uns Menschen den Blick frei zu machen, dass wir im Vertrauen auf Gott zu einem „gültigen“, sinnerfüllten Leben befreit werden, ohne Angst - letztlich auch in der Überwindung unserer Todesangst.
In diesem Sinn sind beide Geschichten, die von Isaaks Opferung und die vom Tod Jesu Befreiungsgeschichten, die uns gerade noch heute ansprechen.
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#2 Christoph Ranzinger 2020-05-12 13:04
Danke für den Hinweis. Wir haben die Bilder entsprechend verschoben.
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#1 Reiner Schmaus 2020-05-10 23:46
Eine interessante Interpretation der beiden Bilder mit informativem Hintergrundwissen. Trotzdem erschließt es sich mir immer noch nicht, warum dieser liebende Gott zwar dem Abraham verbietet, seinen Sohn Isaak zu opfern, er selber aber seinen Willen durchsetzt, dass sein Sohn Jesus am Kreuz geopfert wird . (Jesus betet am Ölberg: "Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen." Mk 14,36)
Noch ein Hinweis: In der Online-Ausgabe sind die beiden Bilder in der Gesamtansicht offenbar vertauscht worden. Bei allen Unterschieden sind sie sich halt doch auch sehr ähnlich!
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