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Kommentare zu Ausgabe 188/2020

Die Opferung Isaaks

Kommentare   

#3 Siegfried Kratzer 2020-05-14 18:50
Sie greifen eine Frage auf, die viele Menschen bei ihrer religiösen Suche haben: Warum verlangt Gott das Opfer seines Sohnes, wo er doch auf Isaaks Opferung verzichtet?
Um nicht in eine „Sackgasse“ zu geraten, sollten Sie beide Geschichten vom Leben und Wirken Jesu her sehen.
Der Mensch meint, bei Gott Anerkennung zu erlangen durch das Erbringen von Opfern. Das ist gängige religiöse Opferpraxis – damals und auch noch heute. Aber Gott braucht keine Opfer. (Geschichte von Isaaks Opferung)
Auch Jesu Tod ist kein von Gott geforderter Opfertod. Gott braucht auch dieses Opfer nicht! Er wäre ein lächerlicher Gott, der es nicht verdient, Gott genannt zu werden.

Die neutestamentlichen Geschichten öffnen eine entgegengesetzte Sichtweise, indem uns ein ganz anderes Gottesbild vorgestellt wird: Jesus zeigt, dass Menschen „heil“ werden können; befreit von Angst, befreit von Schuld; befreit auch von Zwängen, die andere einem Menschen auferlegen, um ihn in Abhängigkeit zu halten. D.h., Jesus öffnet damit einen völlig neuen Zugang zu Gott.
Also keine Opfer mehr? – Wenn Sie so wollen Opfer ja, aber dennoch ganz anders:
Jesus „opfert“ sich bis hin zur Überwindung seiner Todesangst, um uns Menschen den Blick frei zu machen, dass wir im Vertrauen auf Gott zu einem „gültigen“, sinnerfüllten Leben befreit werden, ohne Angst - letztlich auch in der Überwindung unserer Todesangst.
In diesem Sinn sind beide Geschichten, die von Isaaks Opferung und die vom Tod Jesu Befreiungsgeschichten, die uns gerade noch heute ansprechen.
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#2 Christoph Ranzinger 2020-05-12 13:04
Danke für den Hinweis. Wir haben die Bilder entsprechend verschoben.
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#1 Reiner Schmaus 2020-05-10 23:46
Eine interessante Interpretation der beiden Bilder mit informativem Hintergrundwissen. Trotzdem erschließt es sich mir immer noch nicht, warum dieser liebende Gott zwar dem Abraham verbietet, seinen Sohn Isaak zu opfern, er selber aber seinen Willen durchsetzt, dass sein Sohn Jesus am Kreuz geopfert wird . (Jesus betet am Ölberg: "Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen." Mk 14,36)
Noch ein Hinweis: In der Online-Ausgabe sind die beiden Bilder in der Gesamtansicht offenbar vertauscht worden. Bei allen Unterschieden sind sie sich halt doch auch sehr ähnlich!
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