10. 3. 2024
Zur neuen Ausgabe der Begegnung & Gespräch

In ihrem Buch „Ein Volk ohne Visionen geht zugrunde“ spricht die Theologin Dorothea Sölle von „einer ganz anderen Kraft, die uns zum Widerstand befähigt.“ Unser Autor Hans Jürgen Luibl zeigt in seinem Beitrag „Résistez“, dass die heutigen Widerstands- und Protestbewegungen im Gegensatz zu früher wohl kaum mehr religiös motiviert sind, andererseits aber in vielen Bereichen auch christliches Engagement aufweisen. Religion braucht Hoffnungen, Visionen und Utopien – eine Sehnsucht nach einer besseren Welt. So machte auch Jesus mit seinem Denken und Handeln Hoffnung. Sein Leben war ein Protest gegen Elend, Ungerechtigkeit und nicht zuletzt gegen den Tod. Sein Eintreten für das Reich Gottes jetzt und nicht irgendwann, sollte Ansporn sein, in seinem Sinn gegen Angst, Dummheit und Unrecht aufzustehen und für eine bessere Welt einzutreten.

Siegfried Kratzer
im Namen der Redaktion

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(APR 2023): ZUM NEUEN BUCH VON SIEGFRIED KRATZER
Gegen Krieg, Massenmord und Tyrannei

Dietrich Bonhoeffer, Hans von Dohnanyi und die anderen Widerstandskämpfer der Deutschen Abwehr unter Admiral Canaris

 

 

 

Neuerscheinung:

 

Am Anfang stand die Begegnung mit dem NS-Richter Otto Thorbeck. Siegfried Kratzer hatte den Mordgesellen, inzwischen als Anwalt tätig, Ende der 1960er Jahre mit seinem Vater wegen einer Rechtsfrage aufgesucht. Erst später ist ihnen klargeworden, von wem sie sich hatten beraten lassen.
Wie andere NS-Richter blieb auch Thorbeck, der u. a. die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer und Wilhelm Canaris in einem sogenannten „Standgericht“ zum Tode verurteilte, straffrei. Stets behauptete er, es sei doch alles mit rechten Dingen zugegangen. Doch nicht die Verurteilten, so das Ergebnis von S. Kratzers Recherchen, soeben im Bremer Donat Verlag publiziert, waren die Landes-, Hoch-
und Kriegsverräter. Die wirklichen Verbrecher waren jene, die dem Rassenhass und Krieg, der Menschenversklavung und Zerstörung dienten.
Auch im „Amt Ausland/Abwehr“ des Oberkommandos der Wehrmacht gab es unter der Leitung von Admiral Wilhelm Canaris Männer, die als Oppositionelle Leben retteten, die NS-Untaten dokumentierten und entschlossen waren, das Regime zu stürzen und den Krieg zu beenden. Insbesondere sind Hans von Dohnanyi, Dietrich Bonhoeffer, Wilhel Canaris und Hans Oster zu nennen. Sie waren nicht gewillt und hielten es für unverantwortlich, verlogenen Propagandaphrasen zu folgen. Ihr Leben und Widerstand stellen eine Verpflichtung dar – auch für die Soldaten der Bundeswehr. Treue und Tapferkeit dürfen sich nicht darin erschöpfen, der rein militärischen Erfüllung eines Auftrages zu entsprechen.
Siegfried Kratzer führt uns in einem leicht lesbaren Buch die Stationen des Widerstandes der Deutschen Abwehr, ihre Beweggründe und Ziele, ihren Einfallsreichtum und ihr Scheitern vor Augen. Ein sehr gelungener Überblick. Zugleich mahnt er, ihr Vermächtnis als eine Aufgabe zu betrachten, in unserem Alltag mehr als einmal daran zu denken, jedweder Menschenverachtung und Intoleranz zu widersprechen – und Gutes zu tun.

 

Siegfried Kratzer
Gegen Krieg, Massenmord und Tyrannei
Dietrich Bonhoeffer, Hans von Dohnanyi
und die anderen Widerstandskämpfer der
Deutschen Abwehr unter Admiral Canaris
Mit einem Geleitwort von Helmut Donat
96 Seiten, 26 Abbildungen, Hardcover, 14.80 €
ISBN 978-3-949116-17-9

 
1. Februar 2019: ZUM Start von Begegnung-Online.de

Liebe Leserinnen und Leser,

vor 50 Jahren läuteten die »68er« das Ende der verknöcherten, biederen Welt Nachkriegsdeutschlands ein, das sich schwer tat, sein autoritäres Grundrauschen abzustellen.
Obgleich die Kirchen damals als Repräsentanten dieses alten Deutschlands galten, entsprechend in Frage gestellt und bekämpft wurden, trug die »frohe Botschaft« den emanzipatorischen Charakter immer schon in sich.

So bewegte sich auch etwas in den christlichen Kirchen - etwa zeitgleich mit den Aufbrüchen der 68er, aber doch in großer inhaltlicher Distanz, viel vorsichtiger, vielleicht auch mutloser, meist zwei Schritte vorwärts und dann gleich wieder einen zurück - oft auch umgekehrt!

In dieser Zeit wurde »Begegnung und Gespräch« aus der Taufe gehoben: Bahnbrechend als ökumenisches Projekt der Evangelischen Landeskirche in Bayern und des Katholischen Schulkommissariates der Bayerischen Bischofskonferenz, um den aufkommenden ökumenischen Geist im Bildungsbereich zu unterstützen und zu begleiten.
Ca. 40000 Zeichen auf 8 Seiten bildeten genug Raum für aktuelle Themen aus der Erziehungs- und Bildungsarbeit, z.T. wissenschaftlich aufgearbeitet, gelegentlich auch mit zwei Beiträgen - evangelisch und katholisch - zu dem jeweiligen Themenschwerpunkt.
25 Jahre später war die geschwisterliche Zusammenarbeit der Kirchen und besonders auch der Redaktion viel selbstverständlicher geworden.
Mit nun einem Beitrag wurde versucht, eine gemeinsame Sicht auf ein aktuelles Thema zu skizzieren.
Um den sich rapide verändernden Lesegewohnheiten gerecht zu werden, wurde die Textmenge auf ca. 17.000 Zeichen mehr als halbiert - zugunsten eines ansprechenden Layouts und großzügigerer Bebilderung. Mittlerweile hatte die Auflage über 70.000 Drucke pro Ausgabe erreicht.

Jetzt - weitere 25 Jahre später - setzt uns nicht nur der Kostendruck zu: wir erhalten zwar weiterhin überwiegend sehr positive Rückmeldungen zu den einzelnen Heften, aber fast immer von älteren Kolleginnen und Kollegen. Die Generation »U40« hat wiederum veränderte Wege der Informationsbeschaffung und vermutlich auch der Informationsverwertung.
Google, Facebook, Twitter u. v. m. spielen inzwischen eine wesentliche Rolle.
So braucht auch »Begegnung und Gespräch« nach weiteren 25 Jahren wieder eine Neu-orientierung, die weit über das Gestalterische hinausgeht: Die Ausgaben in Papierform werden nur noch vierseitig erscheinen. Das halbiert zwar die Druckkosten, bietet aber nicht mehr den Platz, ein Thema tief genug und trotzdem ansprechend gestaltet zu präsentieren. Der zweite Teil unserer Zeitschrift wandert ins Netz. Dort ist dann Raum, ein Thema ohne Platzbeschränkung weiterzuentwickeln - nicht nur mit dem traditionellen Artikel sondern auch im Dialog mit unseren Lesern über Kommentare und Diskussionsforen, mit zusätzlichen Inhalten, Links, Bildern etc.
So könnten gerade diese neuen Möglichkeiten den Zeitschriftentitel mit neuem Leben füllen und »Begegnung und Gespräch« in eine neue Epoche führen.
Ob dieses Experiment gelingt und »Begegnung und Gespräch« tatsächlich auch in der vernetzten Gesellschaft zu den spannenden Diskussionen um Erziehung und Bildung aus christlicher Perspektive beitragen wird, hängt davon ab, ob wir es schaffen, das Konzept so mit Leben zu füllen, dass Sie als Leser gerne dieses Angebot nutzen und - besonders auch in sozialen Netzwerken - weiterempfehlen.

Viel Freude beim Lesen und beim Entdecken der neuen Möglichkeiten wünscht Ihnen

Ihre Redaktion

 

 

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