Foto von Jörgens Mi, 2016 (Ausschnitt); CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Isenheimer_Altar_(Colmar)_jm01221_deriv.jpg
Wenn wir heute über das Thema «Bilder und Gewalt» reden, dann geht es meistens um Darstellungen von Gewalt auf Bildern, nicht um die Gewalt, die wir durch die Bilder selbst erfahren. Wir wissen natürlich, dass es Bilder gibt, die auch in uns Gewalterfahrungen auslösen. Terror-Gruppen wie der Islamische Staat oder Al-Qaida haben genau auf diese Gewalterfahrungen durch Bilder gesetzt, ihre Propaganda-Bilder zielten darauf, Schrecken und Furcht bei den Betrachter:innen zu erzeugen. Aber die durch Bilder erfahrene Gewalt ist auch ein Thema der Kunst selbst, denn es gibt berühmte Werke der Bildenden Kunst, die uns das vor Augen führen. Caravaggios «Medusa-Bild» in den Uffizien in Florenz ist ein klassisches Beispiel dafür. Ob wir aber ein Werk der Kunst als bedrohlich oder sogar als tödlich1 erfahren, hängt dabei jedoch sehr stark vom historischen Kontext ab.
Foto: Archiv A. Mertin
»Das Bild liegt mit seinen zwei oder drei geheimnisvollen Gegenständen wie die Apokalypse da, … als wenn einem die Augenlider fortgeschnitten wären«, schrieb Kleist über das Bild in den Berliner Abendblättern.2 Diese Erfahrung können wir heute anhand dieses Bildes kaum noch nachvollziehen.3 Wenn wir aktuell Caspar David Friedrichs »Mensch am Meer« in der Berliner Nationalgalerie sehen, dann kommt es uns als ein außerordentlich, ruhiges, nachdenkliches, geradezu meditatives Bild vor und nicht als ein Bild, das unmittelbar Gewalterfahrungen auslöst oder uns gar so erscheint, als wenn uns »die Augenlider fortgeschnitten wären«.
Caspar David Friedrich - Google Arts & Culture — KwEv_TMiJhn5kA, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13266070
Ich möchte dafür ein Beispiel geben. Als der romantische Maler Caspar David Friedrich sein Gemälde »Der Mönch am Meer« 1810 malte, da konnte er nicht ahnen, dass sein Bild von einigen zeitgenössischen Betrachtern als außerordentlich gewaltsam erfahren werden würde. Wir haben einen Bericht des Dichters Heinrich Kleist darüber, in dem er erzählt, wie er eine Ausstellung mit Caspar David Friedrichs Kunstwerk besucht.
Karl Barth Archiv, 2016; CC-BY-SA-4.0 https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/55/Karl-Barth-Archiv_08.jpg/1280px-Karl-Barth-Archiv_08.jpg?20160716190840
Dieses Beispiel zeigt uns, wie variabel Bild- und Kunsterfahrungen sind. Und rückblickend müssen wir dies auch für berühmte historische Kunstwerke in Anschlag bringen. Wenn Karl Barth, der vielleicht berühmteste protestantische Theologe des 20. Jahrhunderts, über seinem Schreibtisch eine verkleinerte Kopie der Mitteltafel des Isenheimer Altars hängen hatte, dann kultivierte er eine ganz andere Erfahrung des Bildes als jene Menschen, die am Anfang des 16. Jahrhunderts das Bild wahrgenommen hatten. Karl Barth ging es um eine seiner Theologie kongeniale Darstellung des Verweises auf die zentrale Figur Jesus Christus. Er nahm das Bild als Illustration seines Christozentrismus, also seiner Theologie wahr.
Die Kranken im Spital von Isenheim haben das Bild in ihrer Zeit aber ganz anders erfahren, vor allem in einer ganz anderen Lebenssituation. Für sie war – wenn sie denn die Details des Altars überhaupt sehen konnten – die Bilderfahrung eine durch und durch überwältigende. Und daraufhin – auf Überwältigung – war das Werk vermutlich seitens der Auftraggeber und des Künstlers auch angelegt. Es sollte die Betrachter:innen erschüttern, sie verändern, sie fast schon gewaltsam von ihrem Leiden heilen.
Die Geschichte des Isenheimer Altars ist jedoch bis heute eine spannende und wird unter Expert:innen kontrovers beurteilt. So weiß man weiterhin nicht genau, wer überhaupt Zugang zum Isenheimer Altar hatte. Die Frage ist, ob der Altar nur den Klerikern vorbehalten war oder ob die Patienten des Klosters beziehungsweise des Hospitals direkt vor den Altar mit seinen Bildern geführt wurden.
Foto von Michael Lenz, 2017; CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58186745
Wir gehen ja heute immer mit einer Bild- und Raumerfahrung an Altarbilder wie den Isenheimer Altar heran, als ob es das II. Vaticanum immer schon gegeben hätte. So einfach sind die Dinge natürlich nicht. Erst das II. Vaticanum öffnet den Laien den ganzen kirchlichen Raum. Historisch war das nicht immer gegeben.
Man muss also genau überlegen: Wo war der Altar ursprünglich platziert? Wer konnte ihn sehen? Wem war er nicht zugänglich? Denn das hat Konsequenzen für die Interpretation der Inszenierung.
Wenn nur die Kleriker Zugang zum Altarwerk im Chor der Kirche hatten, dann kann der Altar keine unmittelbare therapeutische Funktion für die Kranken gehabt haben. Das wäre dann nur eine nette moderne Mythologie, die der historischen Wirklichkeit nicht standhält. Allerdings würden dann zumindest die Kleriker erkennen, dass Jesus Christus von der gleichen schrecklichen Krankheit gekennzeichnet ist wie die Patienten, mit denen sie Tag für Tag im Hospital zu tun haben. Auch das wäre schon eine außerordentliche Aussage, frei nach Matthäus 25, 40: Was ihr bei den geringsten meiner Geschwister gesehen habt, das ist auch mir geschehen. Jesus Christus leidet mit.
Wesentlich wirkungsmächtiger wäre der Altar aber dann, wenn die leidenden Patienten tatsächlich direkt vor die Bildtafeln geführt worden wären, wenn sie also durch den Bereich der Kleriker nach vorne in den Chor gegangen wären und dort auf jeweils gerade geöffnete Schauseite des Isenheimer Altars gestoßen wären. Das dürfte dann für eine an derartige künstliche Bilder eben nicht gewöhnte frühneuzeitliche Bevölkerung eine geradezu überwältigende Erfahrung gewesen sein – eine Art visueller Schocktherapie. Auch wenn die Kirchenräume damaliger Zeiten oft voller Altarbilder waren, so stach der Isenheimer Altar in seiner malerischen und im konkreten Fall eben adressatenorientierten Konzeption doch aus der Masse hervor. Die Kranken konnten sich im Bild nicht nur selbst erkennen, sondern Gott als einen in ihrer Krankheit solidarischen Gott erfahren.
Der Künstler Mathis Grünewald hat sein Werk ja nicht als Bild entworfen, aus dem man sich beliebig Details herausklaubt (also nur den Täufer Johannes oder gar nur den Zeigefinger) oder das man als Illustration von Theologien oder Predigttheorien nutzt, sondern als überaus wirkmächtige künstlerische Totalität in der Kapelle eines Krankenhauses, das auf die Behandlung von Mykotoxikose bzw. Ergotismus (Mutterkornvergiftung – früher das sog. Antoniusfeuer) spezialisiert war.
Foto von Michael Lenz, 2017; CC BY-SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58186745
Foto von Michael Lenz, 2017; CC BY-SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58186745
»Die Vergiftung mit diesem Pilz, der insbesondere den Roggen befiel, löste stark brennende Schmerzen aus, die man als ‘Heiliges Feuer’ oder ‘Antoniusfeuer’ bezeichnete, wogegen es kaum ein Heilmittel gab. Dieser Schmerz brannte in den Extremitäten, die durch dauernde Gefäßverengung abzusterben begannen – eine Wirkung der im ‘Mutterkorn’ enthaltenen Alkaloide. Wer an Ergotismus convul-sivus, der sogenannten ‘Kribbelkrankheit’ erkrankt war, litt unter Krämpfen, andauernden schmerzhaften Kontraktionen, Durst und Halluzinationen.«4
Und genau bei dieser Behandlung der Krankheit sollte Grünewalds Altarwerk eine besondere Rolle übernehmen. Bei diesem Kunstwerk steht jedes Detail in einem bestimmten Verhältnis zum Ganzen. Aber wie gesagt, sowohl die Intention des Urhebers, wie die Intention des Werkes als auch die angezielten Betrachter werden heute zwischen Wissenschaftler:innen kontrovers beurteilt. Vermutet wird jedoch sehr häufig, dass die an Mutterkornvergiftung Erkrankten, für die das Antoniter-Spital errichtet worden war, zunächst direkt vor das Bild geführt wurden, bevor sie – insofern sie durch die Wirkungsmacht dieses Bildes nicht spontan geheilt worden waren – der ärztlichen Behandlung zugeführt wurden. Sie wären dann, neben dem behandelnden Personal, die primären Adressaten des Altars.
Foto von Jörgens Mi, 2016; CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Isenheimer_Altar_(Colmar)_jm01221_deriv.jpg
Christof Diedrichs ist in seiner sehr lesenswerten und an dieser Stelle ausdrücklich empfohlenen Studie »Woran stirbt Christus?«5 der Kreuzigungstafel des Isenheimer Altars detailliert nachgegangen. Er zeigt, mit welchen dramaturgischen Mitteln der Künstler arbeitet, um die Adressaten anzusprechen:
»Vor allem aber die eindrückliche Dreidimensionalität des Körpers Christi in Verbindung mit der Stellung des Kreuzes unmittelbar am vorderen Bildrand bewirken, dass sich sowohl das Suppedaneum als auch der am Kreuzstamm hängende Körper Christi diesseits der Bildebene befinden, die durch den Bildrahmen festgelegt ist. Der Körper des gekreuzigten Christi hängt also eigentlich vor dem Bild, im Raum des Betrachters. Nur so ist auch die eigenartige Verrenkung der Magdalena zu erklären, die sich ebenfalls nach vorn, über den Bildrahmen hinaus und in den Raum des Betrachters hinein beugen muss, um Christus wenigstens halbwegs in sein Gesicht sehen zu können.«6
Und Diedrichs hat recht, Christus ragt aus dem Bild heraus. Man könnte auch sagen, er kommt den Betrachtern vor dem Bild entgegen. Schaut man genau hin, dann befindet sich der Corpus Christi (virtuell) nicht auf der Leinwand, sondern in der Kirche im Raum der Betrachtern und auch Maria Magdalena lehnt sich in diesen Raum hinein. Der Lieblingsjünger Johannes und Jesu Mutter stehen etwas hinter dem Kreuz, Johannes der Täufer und das Agnus Dei direkt am Rand des Bildraumes. Es ist daher das Besondere der Mitteltafel des Isenheimer Altars von Mathis Grüne-wald, dass Christus den Erkrankten vor dem Bild in ihren Lebensraum entgegenkommt, sie sich in ihm erkennen können und Christus zugleich die Betrachter vor dem Bild repräsentiert: Ich bin wie Du ... an Ergotismus erkrankt. Hier bekommt die Gottesebenbildlichkeit eine ganz andere Bedeutung, nicht im Sinne eines perfekten Vor-Bilds, sondern im Sinn einer Annäherung an die Welt – auch im Leiden.
Foto von Jörgens Mi, 2016 (Ausschnitt); CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Isenheimer_Altar_(Colmar)_jm01221_deriv.jpg
Foto von Jörgens Mi, 2016 (Ausschnitt); CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Isenheimer_Altar_(Colmar)_jm01221_deriv.jpg
»Für den Maler Mathis [ist] der lebendige, spirituelle Bezug zur Gegenwart des damaligen Betrachters viel wichtiger gewesen als historisch-kritische Genauigkeit der Darstellung. Das wird vor allem an folgenden Details belegt:
• Die nach oben gestreckten Handgelenke Christi mit den krampfhaft gespreizten Fingern deuten auf Ergotismus hin.
• Die Farben des Körpers, die deutlich vom Inkarnat der anderen Figuren abweichen, entsprechen ebenfalls den zeitgenössischen Krankheitsbeschreibungen. Die zahlreichen kleinen, rot umrandeten Wunden am Körper bluten nicht (außer an der Dornenkrone und an den Beinen); sie deuten das Gefühl des inneren Brands dieser Krankheit an, das als ‚Heiliges Feuer‘ (‚Antoniusfeuer‘) empfunden wird.
• Die blauen Lippen und der eingezogene Brustkorb sind die Folgen der mit dem Ergotismus verbundenen Atemnot und des darauffolgenden Erstickungstods.
• Aus einer Darstellung des historischen Geschehens wird eine ahistorische Kreuzigung speziell für die Betrachter im Isenheimer Spital.«7
Man könnte auch sagen, das Kreuzigungsgeschehen inkulturiert sich in die Lebenswelt der Menschen des beginnenden 16. Jahrhunderts. Und es ist ja nicht nur dieses eine Detail mit dem an Mutterkornvergiftung leidenden Jesus, der die Krankheit der Menschen vor dem Altarbild spiegelt, auch andere Figuren im Altarensemble tragen diese Symptome.
Mathis Grünewald (1470-1528) ist sicher ein ganz außergewöhnlicher Künstler mit einer für die damalige Zeit der Spätgotik und Renaissance ziemlich eigentümlichen Malweise. Die italienische Kultur hat ihn deshalb auch nicht verstanden, sie hat ihn als grob und barbarisch empfunden. In Italien war es ja die Zeit von Giovanni Bellini mit seinen schönen und zugleich lieblichen Madonnen-Bildern, da musste Grünewald malerisch als geradezu ungehobelt erscheinen. Geboren ist Grüne-wald in Würzburg und gestorben in Halle an der Saale. Er wirkte vor allem in Aschaffenburg, Seligenstadt und Mainz, teils als Hofmaler und Ingenieur. Sein bekanntestes Werk ist heute der Isenheimer Altar (1512–1516), geschaffen für das Kloster der Antoniter in Isenheim. Das monumentale Altarwerk gilt als eines der bedeutendsten Gemälde des deutschen Mittelalters und beeindruckt durch seine intensive Farbigkeit, dramatische Ausdruckskraft und religiöse Tiefe. Grünewalds Werke gerieten nach seinem Tod allerdings in Vergessenheit, und wurden erst im 19. Jahrhundert (auf der Suche nach großer deutscher Kunst) wiederentdeckt und für ihren mystischen und expressiven Charakter neu geschätzt. Heute gilt er als einer der herausragenden Vertreter des deutschen Expressionismus avant la lettre und als letzter großer Meister der mittelalterlichen religiösen Malerei.
Es gibt einen legendären Fortsetzungsroman, der vor gut 100 Jahren die Menschen in Atem hielt und der einen Eindruck von der Wirkungsmacht nicht eines ganzen Bildes, sondern bereits einer Farbe beschreibt. Drommetenrot bezeichnet in Leo Perutz' Roman »Der Meister des Jüngsten Tages«8 die Farbe der Sonne am Tage des Jüngsten Gerichts, eine Farbe, die unmittelbar sinnlich affiziert und im Moment ihrer Erscheinung und keinesfalls erst vermittelt das Jüngste Gericht über den Wahrnehmenden bringt.9 Ich glaube, so muss man sich auch die (zumindest intendierte) Gewalt der Wirkung des Isenheimer Altars auf die Kranken vor dem Bild vorstellen.
Für heutige junge Menschen könnte der Videoclip zu Metallicas »Until it sleeps«, der nahezu ausschließlich auf Werken von Hieronymus Bosch beruht, eine ähnliche Erfahrung auslösen.
Die große Stärke des Isenheimer Altars und vor allem seiner Mitteltafel ist es, dass es die Lebenswelt der Menschen vor dem Altar, ihr elendes Leiden und Sterben, sinnlich unmittelbar mit dem elenden Leiden und Sterben Jesu Christi zusammenbringt. Es ist nicht die Kreuzigung an sich, die die Menschen auch auf vielen anderen Bildern sehen konnten, sondern die konkrete Form dieser Darstellung. In der Moderne mag das – wie beim Mensch am Meer von Caspar David Friedrich – nur noch ästhetisch beurteilt werden (das Kloster in Isenheim ist ja heute auch ein Museum), aber historisch war das Bild von einer Macht, ja Gewalt, die die Wirklichkeit verändern konnte. Im Unterschied etwa zu Bildern mit den Werken der Barmherzigkeit, die sich ja an die Bürger:innen wandten, damit sie anderen Menschen helfen, zielt der Isenheimer Altar auf die Leidenden und spricht sie direkt an: Ich bin wie Du .... mein Körper brennt … die Haut platzt auf … mir fehlt der Atem. Zugleich ist das Bild auch eine Zusage. Denn der so abgebildete hat den Tod überwunden, das Leiden und der Tod haben nicht das letzte Wort, mit
1. Kor 15,55:
Fußnoten:
1 Vgl. dazu Mertin, Andreas (06.07.2022): Wenn Bilder töten | Wie wir mit der vergifteten Documenta fifteen umgehen sollten. https://www.zeitzeichen.net/node/9857.
2 Kleist, Heinrich von (Hg.) (1810): Berliner Abendblätter. Reprografischer Nachdruck. Unter Mitarbeit von Helmut Sembdner. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1973.
3 Wir denken bei der Beschreibung dieser Szene eher an den Kurzfilm „Der andalusische Hund“ von Luis Bunuel und Salvador Dali aus dem Jahr 1929
4 https://de.wikipedia.org/wiki/Isenheimer_Altar
5 Vgl. dazu Diedrichs, Christof (2017): Woran stirbt Jesus Christus? Und warum? Die Kreuzigungstafel des Isenheimer Altars von Mathis Gothart Nithart, genannt Grünewald. Norderstedt.
6 Ebd., S. 29.
7 https://de.wikipedia.org/wiki/Isenheimer_Altar#Darstellung_Jesu_Christi Die Zusammenfassung der Wikipedia basiert, wenn ich es Recht sehe, auf der Studie von Christof Diedrichs.
8 Perutz, Leo (1990): Der Meister des Jüngsten Tages. Roman. Reinbek bei Hamburg.
9 Ebd., S. 161ff.: »’Ein ungeheures Feuerzeichen steht am Himmel’, schrie der Meister, ‘Und es leuchtet in einer Farbe, die ich nie zuvor gesehen habe. Wehe mir! Das ist keine irdische Farbe, und meine Augen ertragen sie nicht.’ - ‘Das ist die Farbe Drommetenrot’, rief Messer Salimbeni mit donnernder Stimme. ‘Das ist die Farbe Drommetenrot, in der die Sonne leuchtet am Tage des Gerichts.« Vgl. dazu Mertin, Andreas (2003): Drommetenrot! Eine kleine Erzählung von der Evidenz des Sinnlichen. In: tà katoptrizómena - Magazin für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik, Jg. 5, H. 21. https://www.theomag.de/21/am76.htm.
Zum Autor:
Andreas Mertin Dr. phil. h.c. (*1958), ist Theologe und Kulturwissenschaftler, Herausgeber der Zeitschrift
»tà katoptrizómena - Magazin für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik« (www.theomag.de)
Kurator der kirchlichen documenta-Begleitausstellungen 1997-2007 der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Publiziert zur Geschichte und zur aktuellen Begegnung von Kunst und Kirche, zum Kirchenbau und zur Verhältnisbestimmung von Theologie und Ästhetik.
Publikationen s. www.amertin.de
Im Auftrag des Evangelischen Landeskirchenamtes Bayern und des Katholischen Schulkommissariates Bayern